Warum ich schreibe...
Fast mein ganzes Leben lang gab es diese Momente.
Momente, in denen ich dachte:
Dazu müsste ich ein Buch schreiben.
Oder:
Irgendwann schreibe ich ein Buch.
Und irgendwann wurde mir klar:
Ein Buch wird nicht reichen.
Es sind Geschichten, Gedanken, Fragen –
zu viele, um sie in ein einziges Werk zu pressen.
Es braucht Reihen.
Zusammenhänge.
Zeit.
Ich gehöre noch zu der Generation,
die ihre ersten Schritte auf einer alten mechanischen Schreibmaschine gemacht hat.
10-Finger-System.
Blind.
Unnachgiebig.
Ich habe es gelernt.
Und ich habe viel geschrieben.
Über Jahrzehnte hinweg:
Fachtexte, Behördenbriefe, Notwendiges.
Texte, die funktionieren mussten –
aber selten berührt haben.
Und doch war da immer mehr.
Zwischendurch habe ich begonnen, Bücher zu schreiben.
Mehr als einmal.
Aber das Leben hatte andere Pläne.
Verantwortung. Beruf. Alltag.
Und so blieben viele dieser Seiten unvollendet.
Heute ist das anders.
Heute bin ich frei.
Ein Freigeist – im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe die Zeit, zurückzukehren.
Alte Werke zu vollenden.
Und neue entstehen zu lassen.
Was mir dabei hilft, ist meine zweite Leidenschaft:
die Spurensuche.
Ich recherchiere.
Ich hinterfrage.
Ich setze Puzzleteile zusammen –
aus Wissen, Erfahrung und Beobachtung.
Und vielleicht ist genau das der Kern von allem:
Wir sehen oft nur Fragmente.
Einzelteile.
Lose Stücke ohne Zusammenhang.
Doch wenn wir beginnen, sie zusammenzufügen,
entsteht plötzlich ein Bild.
Kommt mit.
Lasst uns gemeinsam puzzeln –
so wie früher als Kinder,
auf dem Fußboden,
Teil für Teil.
Bis das Unsichtbare wieder sichtbar wird.

