Die Geschichte der Menschheit beginnt nicht mit Zahlen.
Sie beginnt mit Erinnerung.
Mit jenem leisen Wissen, das bleibt,
wenn alles andere längst vergangen ist.
Manchmal taucht es auf –
wie ein verschüttetes Mosaik,
dessen Teile darauf warten,
wieder zusammengesetzt zu werden.
Dieses Buch folgt einer solchen Spur.
Einer Spur, die zu einem Volk führt,
das sich selbst die Fryas nannte.
Ihre Zeichen finden sich in Sprache,
in Bauwerken,
in alten Ordnungen,
die wir heute kaum noch erkennen.
Was wir als Mythos betrachten,
könnte Erinnerung sein.
Und was wir für verloren halten,
vielleicht nur verschüttet.
Denn vielleicht liegt die Vergangenheit
nicht hinter uns –
sondern unter uns.
Und vielleicht beginnt Erkenntnis genau dort,
wo wir wieder anfangen zu fragen.
Vom Jahreskreis zur Liturgie
